Beim zum Mixed-use-Quartier ausgebauten Mainzer Zollhafen setzen Entwickler wie UBM Deutschland auf das stadtplanerische Konzept der 15-Minuten-Stadt.
Indem sie kurze Wege statt Mobilität priorisieren, machen sie das Quartier auch in Deutschland zu einem Vorreiterprojekt.
Mainz, 19.05.2026 – Der Weg zur Arbeit dauert eine Viertelstunde, der Supermarkt liegt um die Ecke, das Restaurant befindet sich über die Brücke, der Feierabend beginnt nicht im Stau, sondern am Wasser: Was lange als idealistische Vision der Stadtplanung galt, wird zunehmend zum Maßstab für die Entwicklung neuer Quartiere. Im Mainzer Zollhafen, wo UBM Development Deutschland mit dem höchstem Holz-Hybrid-Hochhaus in Rheinland Pfalz, Timber Peak, den Wohnbauprojekten HAVN und Flößerhof sowie dem Projekt Molenkopf gleich vier Projekte plant und realisiert, lässt sich beobachten, wie aus dem Konzept der „15-Minuten-Stadt“ eine real existierende Stadt in der Stadt entsteht.
Das Ende der langen Wege
Viele Neubauviertel in Städten wurden in den vergangenen Jahrzehnten funktional getrennt: Wohnen hier, Arbeiten dort, Freizeit irgendwo dazwischen. „Lange Pendelzeiten, steigendes Verkehrsaufkommen und eine wachsende Abhängigkeit vom Auto werden nicht erst seit der Kostenexplosion bei den Benzinpreisen im Zuge des Iran-Krieges hinterfragt. Städtebaulich hat sich ebenso die Erkenntnis durchgesetzt, dass gemischte Quartiere resilienter und auch gesellschaftlich nachhaltiger sind“, sagt UBM-Deutschland-Chef Christian Berger.
Die 15-Minuten-Stadt stellt daher Erreichbarkeit in den Mittelpunkt: Alle wichtigen Stationen des Alltags – Arbeit, Einkauf, Bildung, Gesundheit, Freizeit – sollen innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein.
Mainz als Paradebeispiel
Ein Blick nach Mainz zeigt, wie sich diese Prinzipien konkret übersetzen lassen. Der Zollhafen, einst industriell geprägt, entwickelt sich seit 2010 Schritt für Schritt zu einem urbanen Quartier. Hier entstehen nicht nur einzelne Gebäude, sondern eine „Micro-City“, in der für alle alles vorhanden ist. Ein Beispiel für den dort umgesetzten Mixed-use-Gedanken ist das von UBM Deutschland realisierte Wohnprojekt HAVN. Direkt am Rhein gelegen, verbindet es Wohnen mit kleinteiligen gewerblichen Nutzungen: Neben 44 barrierefrei zugänglichen Eigentumswohnungen gibt es auch fünf Büroeinheiten, die sich etwa für Arztpraxen, Kanzleien oder Agenturen eignen.
Gleichzeitig trägt die Architektur mit der maritimen Formensprache zur Aufenthaltsqualität bei: Der gemeinschaftliche Dachgarten mit Rheinblick und der bepflanzte Innenhof machen das HAVN zum Ort der Begegnung über den Dächern der Hafencity. „Es sind solche Qualitäten, die Quartiere lebendig machen“, sagt UBM-Deutschland-Chef Christian Berger. Sein Unternehmen ist einer der führenden Entwickler von Holzbau-Projekten in Europa und konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.
Arbeiten, wo das Leben stattfindet
Ein paar Meter weiter ragt Mainz’ erstes und soeben fertig gestelltes Holz-Hybrid-Hochhaus Timber Peak majestätisch in die Höhe. 2.000 Quadratmeter neueste New-Work-Flächen, ein Wellness-Raum und Blick auf Rhein und Main: Ab Juni werden hier die ersten Büros bezogen. Große Fensterfronten sorgen für viel Tageslicht, zwei begrünte Terrassen im fünften und zwölften Obergeschoss schaffen zusätzliche Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden. Diese dürfen sich zudem über die absolute Bestlage ihres Arbeitsplatzes freuen, befindet sich das Timber Peak doch im Zentrum des Zollhafens, der ganz im Sinne der 15-Minuten-Stadt Arbeit, Wohnen und Freizeit durch kurze Wege verbindet.
Eine nicht weniger exponierte Lage nimmt das Baufeld Molenkopf Nord ein. Mit dreiseitiger Wasserlage schließt es einen der letzten Bausteine des neuen Stadtquartiers am ehemaligen Zollhafen. Der Siegerentwurf des von UBM Deutschland ausgelobten Architekturwettbewerbs, eingereicht vom Münchner Büro bogevischs buero, sieht drei differenziert gestaltete Baukörper vor, deren abgeschrägte Formen den Innenhof zu einem urbanen Raum und einem grünen Quartierszentrum strukturieren.
Mehr als ein Trend
Berger: „Was sich im Zollhafen beobachten lässt, ist Teil einer größeren Entwicklung. Städte reagieren auf Klimawandel, veränderte Mobilitätsmuster und neue Lebensentwürfe. Die 15-Minuten-Stadt ist dabei weniger ein starres Modell als ein Orientierungsrahmen. Ihr Erfolg hängt davon ab, wie gut es gelingt, unterschiedliche Funktionen zusammenzubringen – und gleichzeitig soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte auszubalancieren.“
Die Umsetzung bleibt laut UBM anspruchsvoll. Bestehende Strukturen, Flächenverfügbarkeit und soziale Fragen wie die, ob eine gute Nahversorgung automatisch mit Gentrifizierung einhergeht, stellen Planer und Entwickler vor komplexe Herausforderungen.