19.02.2026 | 1 Bild

Unsichtbare Gefahr: Wie der Winter die Haut angreift

Viele Menschen pausieren oder verzichten in den Wintermonaten auf Hautpflege. Gerade in dieser Zeit ist es besonders wichtig, sich um die eigene Haut zu kümmern und diese richtig zu schützen.
Fahrrad Windchill © Foto: eigene Aufnahme, KI bearbeitet mit ChatGPT

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München, [19. Februar 2026]: Grauer Himmel und kaum Sonne bedeutet für die Haut nicht automatisch Pause. Dennoch pausieren viele Menschen im Winter bei der Hauptpflege, die sie im Sommer so ernst nehmen. Dermatologen warnen: Gerade in den kalten Monaten ist die Haut besonderen Belastungen ausgesetzt – oft unbemerkt, aber mit langfristigen Folgen. Dermatologin Sophie Müller-Wiefel von der Münchner Hautarztpraxis PRIDE SKIN (www.prideskin.de), am Sendlinger Tor, hat die 5 größten Irrtümer zusammengetragen.

Mythos 1: Im Winter braucht die Haut keinen Sonnenschutz

Tatsächlich berichten viele Menschen von Sonnenbränden im Gesicht während der Wintermonate. Besonders betroffen sind Nasenrücken, Ohren, Wangen und Stirn – die sogenannten Sonnenterrassen. Der Grund: Im Winter fehlt der Haut die schützende Lichtschwiele – die durch UV-Strahlung verdickte Hornschicht – sowie der erhöhte Melaningehalt des Sommers. Beide Schutzmechanismen bauen sich in den sonnenarmen Monaten ab. Gleichzeitig ist die Hautschutzbarriere durch Kälte und trockene Luft bereits geschwächt.

Ungebräunte Haut verbrennt dadurch drei- bis fünfmal schneller als vorgebräunte Haut. Für Wintersportler verschärft sich die Situation zusätzlich: Mit zunehmender Höhe steigt die UV-Strahlung pro 1.000 Höhenmeter um etwa 10 bis 15 Prozent. Schnee reflektiert zusätzlich bis zu 90 Prozent der UV-Strahlen – die Haut wird von oben und unten gleichzeitig mehrfach belastet.

„Auch Wolken bieten keinen verlässlichen Schutz. Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung durchdringen die Wolkendecke, zudem wird das Licht gestreut und trifft aus verschiedenen Richtungen auf die Haut“, warnt Müller-Wiefel. „Fehlende Hitze bedeutet nicht fehlende UV-Strahlung. Bereits ab März erreicht der UV-Index Werte von 3 – ab diesem Punkt ist Sonnenschutz medizinisch empfohlen.“ Die Dermatologin rät, täglich Sonnencreme mit LSF 30 bis 50 zu verwenden.

Mythos 2: Kälte ist nur unangenehm, nicht gefährlich

Kälte stellt eine oft unterschätzte Gefahr für die Haut dar. Erfrierungen entstehen nicht nur bei stundenlangen Aufenthalten im Freien, sondern häufig bei kurzen Wegen – etwa beim schnellen Gang zum Auto oder zur Arbeit. Besonders Finger, Ohren und Nase sind gefährdet.

„Man muss nicht stundenlang draußen sein, um Erfrierungen zu bekommen. Das kann bereits nach 15 Minuten passieren“, erklärt Müller-Wiefel. Mit sinkenden Temperaturen verkürzt sich dieses Zeitfenster drastisch. Bei –20 Grad Celsius kann die Hauttemperatur unter den Gefrierpunkt fallen. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen. In extremen Fällen kann das Gewebe irreversibel geschädigt werden.

Mythos 3: Ein Blick aufs Thermometer reicht… nein.

Zusätzlich verstärkt Wind die Kälteeinwirkung – ein Effekt, der als Windchill bekannt ist. „Was auf dem Thermometer minus 5 Grad zeigt, fühlt sich beim Fahrradfahren oder Skifahren an wie minus 20 Grad", erklärt Müller-Wiefel. „Viele denken: Es sind ja nur minus zehn Grad, das schaffe ich locker. Was sie nicht einkalkulieren: Bei vielen Outdoor-Aktivitäten müssen sie die angesagte Temperatur je nach Luftfeuchte und anderen Faktoren mit dem Faktor drei oder vier multiplizieren."

Entscheidend ist die gefühlte Temperatur, nicht die gemessene. Wind, Bewegung und Luftfeuchtigkeit verstärken die Kältewirkung auf die Haut erheblich. Die Zahlen sind alarmierend: Bei 0 °C und 30 km/h Fahrttempo beträgt die gefühlte Temperatur minus 19,5 °C, beim Joggen mit 10 km/h sind es minus 3,3 °C. Bei minus 10 Grad ohne Wind liegt die Erfrierungsgefahr bei etwa 10 bis 20 Minuten. Bei gleicher Temperatur und 20 km/h Wind sinkt sie auf fünf bis zehn Minuten, bei 40 km/h sogar auf drei bis fünf Minuten.

„Der Windchill-Effekt fühlt sich nicht nur kalt an, sondern kann der Haut kurz- und langfristig schaden", warnt die Dermatologin. Entscheidend ist also nicht allein die Temperatur, sondern die Kombination aus Kälte, Wind und Bewegungsgeschwindigkeit.

Mythos 4: Die gleiche Pflege wie im Sommer reicht aus

Ab etwa 8 Grad Celsius stellt die Haut die Talgproduktion weitgehend ein. Dabei ist Talg essenziell: Gemeinsam mit Schweiß und Hautlipiden bildet er den schützenden Oberflächenfilm, der Feuchtigkeitsverlust verhindert und die Haut elastisch hält.

Fehlt dieser Schutz, entstehen mikroskopisch kleine Lücken in der Hautbarriere. Feuchtigkeit entweicht unkontrolliert aus tieferen Hautschichten, Spannungsgefühle, Risse und Schuppen sind die Folge. Die trockene Heizungsluft verstärkt das Problem zusätzlich. Kalte, trockene Außenluft trifft auf warme, ebenfalls trockene Innenluft – eine Doppelbelastung, die den Wasserverlust weiter beschleunigt.

Müller-Wiefel: „Die Folge ist ein Teufelskreis: Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit und Lipide, als sie diese nachbilden kann. Die Hautbarriere wird dadurch zunehmend durchlässiger. Jetzt braucht die Haut reichhaltige Cremes mit hautverwandten Lipiden wie Ceramiden sowie Feuchthaltefaktoren – sie stabilisieren die geschwächte Barriere.“

Mythos 5: Kälte schadet der Haut grundsätzlich

Kälte ist nicht per se schlecht. Kurzzeitige, kontrollierte Kältereize wirken wie ein Trainingsimpuls für Gefäße und Bindegewebe. Sie setzen einen milden Stressreiz, aktivieren Fibroblasten und können die Kollagensynthese anregen. Langfristig kann dies zu strafferer, elastischer Haut mit weniger feinen Linien beitragen.

Zudem wirkt Kälte entzündungshemmend. Durch die reduzierte Durchblutung werden entzündliche Prozesse gebremst – ein Effekt, der sich bei Akne, Rosazea oder gereizter Haut positiv auswirken kann.

Dennoch mahnt Müller-Wiefel zur Vorsicht: „Die Dosis macht es aus. Kurze, kontrollierte Kälte kann positive Effekte haben. Längere oder ungeschützte Kältebelastung schadet der Haut.“

Für die Anwendung gilt: Direkter Hautkontakt mit Eis sollte vermieden werden. Statt punktueller Kälteanwendungen empfiehlt sich – wenn überhaupt – eine kontrollierte, trockene Kälte, beispielsweise in einer professionell begleiteten Kältekammer. Diese sollte stets nur kurzzeitig und unter fachkundiger Anleitung erfolgen. Menschen mit unreiner Haut oder empfindlicher, zu Rötungen neigender Haut sollten besonders achtsam sein: Gerade letztere reagiert häufig sensibel auf Kälte und starke Temperaturwechsel.

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